Bill Pritchard kehrt mit Haunted zurück – seinem poppigsten Album seit Jolie.

Veröffentlicht auf Tapete, präsentiert Haunted, das neue Album von Bill Pritchard, den gefeierten britischen Songwriter auf dem Höhepunkt seines lyrischen Witzes und melodischen Könnens. Im Zuge jahrzehntelanger scharfsinniger Beobachtungen und stiller Schönheit wird Pritchard seit Langem dafür geschätzt, das Alltägliche in etwas Außergewöhnliches zu verwandeln. Mit Haunted liefert er eine anspruchsvolle, zutiefst persönliche Sammlung von Songs über die Erinnerungen, die bleiben – Menschen, Orte und Leidenschaften, ob real oder erdacht, erinnert oder verfremdet.

Sein Album Jolie aus den 1990er-Jahren gilt bis heute als Maßstab für intelligenten Pop, und spätere Werke wie Mother Town Hall wurden für ihren warmen, eigenwilligen Retro-Charme gefeiert. Jüngst zeigte seine Zusammenarbeit Sings Poems by Patrick Woodcock seine Tiefe und Experimentierfreude. Nun präsentiert Pritchard mit Haunted sein direktestes, poporientiertestes Album seit Jahrzehnten.

Aufgenommen zwischen Hamburg und Newcastle-under-Lyme, spiegelt Haunted den internationalen Geist von Pritchards Musik wider – eine Mischung aus Vintage-Texturen und moderner Produktion. Unterstützt von einem inspirierten Netzwerk Hamburger Musiker:innen und unter Pritchards eigener Leitung, reicht das Album von alten Drumcomputern über Blechbläserarrangements, klingelnde Gitarren und üppige Harmonien bis hin zu einem Hauch von Psychedelia. Das Ergebnis ist ein erfrischend europäisches Popalbum – organisch, eklektisch und tief berührend.

Thematisch erforscht Haunted, wie die Vergangenheit uns niemals ganz verlässt. Von einer einfachen Busfahrt durch Stoke Newington, die zu einer sanften Hymne auf den Alltag wird, bis hin zu semi-fiktiven Erinnerungen an die schwermütigen Liebeslieder der sogenannten „Torch“-Sängerinnen der frühen 1940er und 1950er Jahre – diese Songs finden Inspiration sowohl im Alltäglichen als auch im Erhabenen. Sie feiern auch Losgelöstheit und Leichtigkeit: Momente, die auf luftigem Orgelspiel, klirrenden Gitarren und geschmeidigen Bassläufen schweben – lächelnd selbst angesichts von Ungewissheit. 

Im gesamten Album malt Pritchard lebendige Miniaturen. Helle Bläser und flirrende Gitarren beleuchten flüchtige Szenen, während Handperkussion und glockenähnliche Gitarren Kindheitswunder herovrrufen und die bittersüße Erkenntnis vertonen, wie Beziehungen auseinanderdriften. Später im Album fängt blühender, von Bläsern getriebener Rock die Freude an Performance und Widerstand ein, während akustische Momente nach innen blicken – verletzt, aber zärtlich, ein Leben reflektierend, das gelebt und erinnert wurde. Ein Lied über Sonnenuntergänge in Polen trägt Einsamkeit im Wiegen eines Indie-Pop-Schwungs, während verspielte Sprachspiele Geschichten in Frankreich zeichnen, wo die Form selbst Teil der Erzählung wird. Schließlich destilliert das reduzierte Schlussstück – inspiriert von Gedanken an neues Leben und das Atmen – das Album zu seinem intimsten, schönsten Moment.

Mit Einflüssen von Scott Walker bis zu den Lemon Twigs, vom US-amerikanischen Schauspieler Walter Matthau bis zum französischen Dichter Berreby ist Haunted ein Album voller Laune und Staunen, Melancholie und Freude. Diese Songs spiegeln die Gedanken eines wahren „perpetual tourist“ wider – eines ewigen Reisenden, der reale und imaginierte Begegnungen in zeitlosem, kultiviertem Pop nachzeichnet.

PRESSE

Photo: Luke Hodgkins
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